Auf neuen Wegen Die Weine des Gardasees  

Auf neuen Wegen

Die Weine des Gardasees  

 

Von Peter Überbacher, Nicola Bilancio und Suanna Martoncikova 

  

Fein säuberlich aufgereiht liegen die Gebiete der DOC des Soave, Lessini Durello, Valdagie, Valpolicella, Bardolino, Custoza, Lugana, Colli Mantovani und Garda Classico rund um den Gardasee.

Lange galten die Weine dieser Regionen als Massenware. Doch seit zehn bis 15 Jahren überzeugt, das was die Winzer auf die Flasche bringen wieder mit Charakter und Profil. Neben international verbreiteten Rebsorten in Rot und Weiß darunter Riesling, Chardonnay, Sauvignon, bzw. Cabernet und Merlot fokussieren sich die Produzenten des Consorzio Tutela Vini Garda DOC vor allem auf ihre autochthonen Gewächse. Besonders Garganega, Pinot Grigio, Friulano (Tai) und Cortese, sowie Corvina, Groppello und Marzemino zeigen sich in neuem Glanz. Die Ursprungsbezeichnung Garda vor den Rebsorten der DOC garantiert den Verbrauchern, dass mindestens 70 bis 85 Prozent der Trauben auch wirklich aus den lokalen Weinbergen stammen. Bei der Verarbeitung der Trauben besinnen sich die Winzer wieder ihrer Traditionen und beschreiben gerade mit den neuen Frizzante moderne Wege die Trauben der Region der Consorzio Tutela Vini Garda DOC noch besser darzustellen.

 

Die Weine der Region profitieren vom sub-mediterrane Klima, das mit einem stabilen Jahresmittel um 15 Grad Celsius ideale Bedingungen liefert. Die Hauptwinde Ora und Vento durchlüfteten konstant die Rebflächen. Die Böden versprechen einen großen Spannungsbogen. Sind es im Norden vorwiegend Vulkan- und Kalklagen, die die Weinberge beherrschen, charakterisieren die aus der Eiszeit stammenden Geröllfelder der Moränenketten rund um das südliche Seeufer, die Anbauflächen. Diese sind durchsetzt von mineralischer Lehm, Ton und Sand der bis zur weitläufigen flachen Landschaft in Richtung Po-Ebene reicht. 

 

Die D.O.C. Garda umfasst das gesamte Gebiet der Gemeinden von Bardolino, Castelnuovo del Garda, Cazzano von Tramigna, Garda, lllasi, Lazise, Mezzane, Montecchia, Roncà, Sant'Ambrogio Valpolicella, S. Giovanni Ilarione, San Pietro in Cariano, Tregnago . Des weiteren gehören dazu Teile des Gebitese um Affi, Badia Calavena, Brentino Belluno, Bussolengo, Caldiero, Caprino Veronese, Cerro, Cavaion, Colognola ai Colli, Costermano, Dolce, Fumane, Grezzana, Lavagno, Marano, Monteforte d'Alpone, Negrar , Pastrengo, Pescantina, Peschiera, Rivoli, San Bonifacio, San Martino BA, San Mauro di Saline, Soave, Sommacampagna, Sona, Torri von Benaco, Valeggio sul Mincio, Verona, Vestenanuova, Villafranca.

 

Eigenschaften und Traubensorten

Die D.O.C. Garda umfasst eine große Bandbreite an Rebsorten und die auf unterschiedliche Art ausgebaut werden und mit der Ursprungsbezeichnung Garda garantieren zu 85 Prozent aus diesem Weinbaugebiet zu stammen:

 

Weiß:

Garganega – Haupttraube

Pinot blanc

Pinot Grigio

Chardonnay

Tai (für die Gebiete der Provinz Verona begrenzt)

Riesling

Cortese

Sauvignon

Garda Tocai oder Trebbianello

 

Rot:

Corvina

Cabernet

Cabernet franc

Cabernet Sauvignon

Mertot

Spätburgunder

Marzemino

Barbera

 

Bei der Spezifikation von weißem Passito muss 70 Prozent Sauvignon, Riesling und Chardonny ein Anteil gegeben sein.

 

Bei rotem Passito sind die gleichen Mengen für Marzemino festgelegt. Für die Vinifikation der Garda Passito werden nur Trauben verwendet die nicht vor dem 15. Dezember geerntet werden und durch natürliche Trocknung reduziert wurden.

 

Für Garda Spätlese, verwendet man bei den weißen Trauben: Garganega, Riesling und Cortese, bei den rote Sorten: Marzemino, Corvina, Barbera und Sangiovese.

 

Der natürliche Mindestalkoholgehalt der Spätlesen ist mit 12 Volumenprozent festgeschrieben. Spätlesen weiß werden nicht vor dem 5. Oktober, Spätlesen rot nicht vor 15. Oktober geerntet.

Garda Frizzante Das Traubenmaterial ist ebenso breit gefächert, wie der Rebenbestand der einzelnen DOC’s selbst. Angeführt von Garganega, Riesling und Chardonnay finden sich ebenso Schaumweincuvées aus Trebbiano, Pinot Bianco, Savignon Blanc, wie geringfügig Pinot Nero darunter. Bei den rosé Spumante sind es u.a. Groppello, Barbera,  Marzemino, Sangiovese und auch hier Spätburgunder weiß ausgebaut. Viniziert werde die Spumante vorwiegend in der Methode traditionelle (ehemals Methode champenoise). Gerade dann zeigen sie eine feine Cremigkeit, komplexe Frucht und elegante Perlage. Gleichberechtigt kommen auch die Méthode Charmat und das Transvasierverfahren zum Einsatz. Je nach Rebsorten bewegt sich der Alkoholgehalt der Garda Spumante zwischen min. 10,5 bis min. 13 Prozent.